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Auto
des Monats - April 2002
Bentley Mark VI "CRESTA", 1948, #B447CD,
Fließheck-Coupé von Facel Métallon
nach Design Pinin Farina

Als
1946 der erste Pariser Salon nach dem II. Weltkrieg seine Pforten
öffnete, waren die Wunden des Waffengangs noch nicht vernarbt und für
Unternehmen aus dem Land des früheren Kriegsfeindes Italien blieben die
Tore verschlossen. Battista "Pinin" Farina brachte trotz des
Banns 2 neue Kreationen nach Paris - und vor dem Ausstellungsgebäude
geparkt beeindruckten seine Automobile zahlreiche Besucher. Indessen war
an eine Wiederholung dieses Tricks nicht zu denken, um anlässlich
künftiger Pariser Salons für Furore zu sorgen.
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Der
französische Unternehmer Jean Daninos war Eigner von Facel-Métallon; zu
diesem Konglomerat von Unternehmen gehörte auch ein Karosseriebaubetrieb.
Er erteilte Pinin Farina den Auftrag für ein zweitüriges
Fließheck-Coupé auf Basis des Bentley Mark VI.
Dabei wurden auch Ideen eingebracht von Walter Sleator, dem Chef von
Franco Britannic, der umsatzstarken Niederlassung von Rolls-Royce und
Bentley in der französischen Hauptstadt. Der hatte sich schon Jahre
vorher engagiert, um den Bau kompromisslos fortschrittlicher Bentley
Sportwagen zu fördern.
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Die
Bestellung war Pinin Farina
hochwillkommen, denn mit französischem Auftraggeber war ihm die Teilnahme
beim künftigen Pariser Salon nicht zu verwehren - und außerdem litt sein
Unternehmen unter den Nachwirkungen eines Großbrandes, der im Dezember
1946 das Fabrikgebäude am Corso Trapani in Schutt und Asche gelegt hatte.
Der Zweitürer mit der Projektbezeichnung „Cresta" gelang
überzeugend. Bereits auf dem Pariser Salon 1948 gab es erste Aufträge,
weitere folgten beim Genfer Salon zu Anfang 1949. Jean Daninos entschied,
dass seine Firma Facel-Métallon eine ganze Serie bauen sollte. Dieser
Entschluß fiel umso leichter, weil der Hersteller in Crewe volle
Unterstützung signalisiert hatte. Pinin Farina modifizierte wunschgemäß
den Kühler so, dass er „näher an der Serie" war - und Bentley
lieferte Mark VI als Motor mit Fahrgestell,
bei denen die Lenksäule adaptiert war für einen Aufbau mit niedriger
Dachlinie.
Der
Prototyp mit der Fahrgestell-Nummer #B323CD war komplett bei Pinin Farina
in Turin gebaut worden. Die folgende Serie entstand bei Facel Métallon;
als erster Wagen wurde #B447CD fertiggestellt für Graf Manuel A. Matos.
Insgesamt sollen 17 Fahrzeuge entstanden sein, indessen sind nur 10 (9 plus
Prototyp) mit Fahrgestell-Nummer sicher identifiziert. -
Verblüffenderweise ist diese aus Französisch-Italienischer
Zusammenarbeit entstandene Schöpfung bisher nur unzureichend gewürdigt
worden. Obwohl dies Coupé ohne Zweifel als „missing link" zwischen
den Hochleistungs-Sportwagen der Vorkriegszeit und dem Bentley Continental der
50er dient.
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Bentley
Mark VI, #B323CD, 1948. Weder die Karosseriebleche für die rechte Flanke
noch die Scheiben waren fertig, als diese Aufnahme vom Prototyp des „Cresta"
entstand. Anzumerken auch, dass die Form des Kühlergrills in der
vorgestellten Form nicht akzeptiert wurde; einige Monate später auf dem
Pariser Salon ausgestellt zeigte sich die Kühlermaske von einem deutlich
schmaleren Chromrand eingefasst. Zwecks Besichtigung war Jean Daninos
gemeinsam mit Walter Sleator, dem Leiter der Niederlassung in Paris, im
Bentley Mark VI angereist - keinem Wagen mit Werkskarosserie, sondern „coachbuilt
by H.J. Mulliner".
(Photo: Pininfarina Historical Office)
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