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Auto des Monats - April 2010
Bentley Turbo R, 1987, #JCH22079

Die Leistungsfähigkeit des Bentley Turbo R unterstrich der Hersteller in der
zweiten Hälfte des Jahres 1986 mit einer Rekordfahrt auf einer Teststecke
mit überhöhten Kurven. Aus dem Stand gestartet umrundete der Turbo R die
zwei Meilen lange Bahn binnen 67 Sekunden. Danach zeigten die Zeitmesser
Werte um 51 Sekunden pro Runde. Die durchschnittliche Geschwindigkeit lag
bei etwa 224 km/h. Die Endgeschwindigkeit war damit nicht ausgereizt, aber
die zu fahren wurde bewußt vermieden zwecks Schonung der Reifen. In den
Annalen “British National Records” waren zum Schluß 16 Werte neu zu
verzeichnen. Als signifikant galt, dass innerhalb 1 Stunde eine Strecke von
mehr als 140 Meilen absolviert worden war; diese Zahl lag um 8 Meilen höher
als der Rekordwert, den einige Zeit zuvor ein zweisitziger Lamborghini
Countach erzielt hatte. Beinahe wäre der Bentley Turbo R bei diesem
ambitionierten Vorhaben gescheitert, weil 3 Minuten vor Schluß ein Fasan die
Windschutzscheibe traf – aber der Testfahrer bewies Nervenstärke und
absolvierte die letzten Runden trotz einer von Rissen durchzogenen
Frontscheibe.
Der Erfolg basierte darauf, dass der Modelljahrgang 1987 des Bentley Turbo R
von einer umfassenden Leistungskur profitierte. Der beim Test eingesetzte
Wagen war das zweite nach der 1987er Spezifikation gebaute Automobil aus
dieser Serie. Die Vergaser hatten einer Bosch KE-Benzineinspritzanlage
weichen müssen. Die Auspuffkrümmer waren modifiziert, um den Staudruck der
Abgasanlage zu verringern. In Verbindung mit einer elektronischen Zündanlage
mit doppeltem Verteiler wurde eine um 10 % höhere Leistungsausbeute erzielt.
Trotz einer länger übersetzten Hinterachse waren die Beschleunigungswerte
auf dem gewohnten Niveau geblieben, aber es wurde eine Verringerung der
Verbrauchswerte um 18% angegeben. Ob sich tatsächlich die Ausgaben für
Kraftstoff merklich günstiger gestalteten, hing indessen davon ab, wie
Fahrer bzw. Fahrerin das Leistungspotential ausschöpften. Die bei den
Modelljahrgängen zuvor eingebaute Abregelung bei Erreichen einer
vorgegebenen Höchstgeschwindigkeit gab es nicht mehr. Eine wichtige Neuerung
war Antiblockier-System, so dass der Bentley Turbo R nunmehr auch
hinsichtlich seiner Bremsleistung voll auf der Höhe der Zeit war.
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Ein neues Sportlenkrad und neu konturierte Sitze, deren Verstellung mit
einer ‚Memory-Funktion’ ausgestattet war, fielen im Innenraum ins Auge.
Gegen Aufpreis konnte man sich statt der serienmäßigen Reifen 255/65VR15 von
AVON für solche von Pirelli entscheiden. Pirelli’s P7R waren als 275/55VR
ausgeführt und zeigten gegenüber denen von AVON einen gewissen Unterschied
im Abrollumfang. Ab Werk kamen dementsprechend kalibrierte Tachometer zum
Einbau. In der Zubehörliste stand mit 40 Pfund Sterling der
Bord-Feuerlöscher als die günstigste Option und mit 1314 Pfund Sterling ein
eigens nach Wunsch des Kunden angemischter Lackfarbton als die teuerste
Option verzeichnet. Bei einem Grundpreis von ca. 85.000 Pfund Sterling (ca.
95.000 für die Variante mit langem Radstand) konnte man derlei nicht als
heftig teuer einstufen.

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