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Auto
des Monats - Januar 2002
Rolls-Royce Phantom VI
Limousine von Mulliner Park Ward, 1978, #PGH101
In
2002 jährt sich der Tag der Thronbesteigung Ihrer Majestät Königin
Elisabeth II. zum fünfzigsten Mal und anlässlich des Goldenen Jubiläums
haben Ihre Majestät zugestimmt, von einem Konsortium aus Herstellern und
Lieferanten der Britischen Automobil-Industrie unter Leitung von Bentley
Motors eine neue Staatskarosse als Geschenk entgegen zu nehmen - eine
Bentley Staatslimousine. Einen ähnlichen Vorgang gab es vor etwa 25
Jahren zu verzeichnen. Zum Silbernen Thronjubiläum war von der Society of
Motor Manufacturers and Traders (SMMT) die großzügige Offerte erfolgt,
für einen einzigartigen Rolls-Royce Phantom VI als
Repräsentationsfahrzeug für offizielle Anlässe zu sorgen.
Der
Aufbau dieses Wagens zeigte eine ungewöhnlich hohe Dachlinie mit einem
transparenten Aufbau über dem rückwärtigen Abteil. Damit waren die
Insassen vor Fahrtwind und Witterungseinflüssen geschützt und
gleichzeitig war die Sicht von Zuschauern quasi unbehindert. Ein Satz von
speziell geformten Alublechen - nur montiert, wenn der Wunsch nach
größerer Abgeschiedenheit bestand - fand sich säuberlich verstaut im
Kofferraum.
Mit
der für Rolls-Royce legendären „Sorgfalt bis ins Detail“ waren
eigens Handbücher erstellt worden in separaten Ausgaben als „Handbuch
für den Eigner“ und als „Handbuch für den Chauffeur“ (nur zwei
Satz davon waren gedruckt worden; ein Satz wurde mit dem Wagen ausgehändigt,
der zweite Satz verblieb als „Reserve“ im Werk). Ausschließlich in
dieser Bedienungsanleitung findet sich die Zeichnung Nr. S729 „Bild 22
Unterbringung der Dachteil-Abdeckungen“. Das Handbuch informierte auch
über die Bedienelemente, die in der Mittelarmlehne hinten arrangiert
waren. Neben Knöpfen zur Regulierung der Klimaanlage und einer
Radio/Kassetten-Kombination fand sich in einem Klappfach (mit eingebautem
Kosmetikspiegel) ein kleines Fach ausgestattet mit einem Diktiergerät
sowie passenden Kassetten und sogar zwei Ersatz-Batterien.
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Zu
den ins Auge fallenden Besonderheiten der Staatskarosse zählen die
Kühlerfigur „St. Georg im Kampf mit dem Drachen“ sowie ein
Polizeiblaulicht über der Windschutzscheibe, eine beleuchtete
Wappenplatte und die königliche Standarte. Die persönliche Kühlerfigur
Ihrer Majestät wird nur auf den Kühler geschraubt, wenn die Königin das
Fahrzeug benutzt; ansonsten tut Dienst die übliche Spirit of Ecstasy. Da
die Halterungen bei allen Wagen des königlichen Fuhrparks identisch sind,
können die Teile je nach Bedarf auch auf einem der anderen Fahrzeuge
geführt werden. Auch bezüglich Farbwahl gibt es keine Unterschiede, die
Staatskarossen sind lackiert in „Black over Royal Claret" (schwarz
abgesetzt mit dunklem Rot).
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| #PGH101
war der erste Phantom VI, in dem ein Motor entsprechend Bauserie Silver
Shadow II in Kombination mit einem GM400 Automatikgetriebe zum Einbau kam.
Vorher fand sich die seit 1952 bei Rolls-Royce verwendete General Motors
Hydramatic. Die Bremsanlage setzte zwar unverändert auf Trommeln rundum,
aber den Bremsdruck lieferte das Hydrauliksystem wie man es vom Silver
Shadow kannte. Erbitterte Streiks sowohl im Stammwerk in Crewe wie auch in
der Karosseriebauabteilung Mulliner Park Ward in London, wo der Wagen
zusammengebaut wurde, verzögerten die Auslieferung. Statt zeitgerecht 1977, dem Jahr des Silbernen Thronjubiläums, konnte der Wagen erst
1978 in den königlichen Fuhrpark eingestellt werden. In dem
Vierteljahrhundert zwischen dem Silver Jubilee und dem Golden Jubilee hat
er als State Car No. 1 Dienst getan.
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Das
Fahrerabteil verfügt über eine ausziehbare Trittstufe, um die
Montage von Wappenplatte und Standarte auf dem Dach zu erleichtern. |
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