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Die "Autos
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Auto des Monats - Juli 2010
Bentley S2 Continental, 1961, #BC59LBY Cabriolet von H.J. Mulliner, Park
Ward

Der Bentley S2 Continental war eine Variante für schnelle Touren über den
Kontinent. Als Langstreckenfahrzeug leistungsstark motorisiert und beispielhaft
in seiner exquisiten Ausstattung, dabei betont fahrerfreundlich in der Bedienung.
Dies alles verpackt in einer für die Zeit um die Wende von 50er in die 60er
Jahre unerhört moderne Formgebung, mit für die englische Sportwagenmarke
Bentley geradezu revolutionär anmutender Linienführung.
Der radikalen Wechsel ging auf ein neues Mitglied im Design-Team zurück:
Vilhelm Koren, gebürtig aus Norwegen, hatte sich radikal von der teils barocken
Formgebung gelöst, wie sie sonst noch verbreitet war. Seine Form war „reduced
to the maximum“ und setzte auf glatte Linien und ausgewogene Proportionen.
Gegen den weitverbreiteten Trend, vor allem jenseits des Atlantik, Chromelemente
in verschwenderischer Fülle zu verwenden, setzte er bewusst auf sparsame
Verwendung von blanken Zierelementen. Bei Korens Design vermittelt die
Spannung der Flächen, dass dieser Sportwagen vor Kraft vibriert. Dieses
Styling traf den Zeitgeist jener Periode perfekt. Das Werk notierte einen
erfreulichen Auftragseingang; tatsächlich wurde die Form bei der folgenden
Modellserie für den Bentley S3 Continental, modifiziert auf eine Front mit
Doppelscheinwerfern, nicht nur beibehalten, sondern auch für den Rolls-Royce
Silver Cloud III angeboten.

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Der
V8-Motor mit 6¼ Litern Hubraum hatte mit dem Aufbau keine Mühe. Die Fertigung
der Karosserie erfolgte, mit einem großen Anteil an Handarbeit, bei H.J.
Mulliner, Park Ward. Das war der Karosseriebaubetrieb, der aus dem just
erfolgten Zusammenschluss der ehedem selbständigen Unternehmen H.J. Mulliner
und Park Ward entstanden war. Wenngleich von großzügigen Abmessungen, beschleunigt
das Auto mit beeindruckendem Vortrieb. Das automatische Getriebe erlaubt
die Alternative, die Gänge auch manuell zu schalten. Damit in kritischen
Situationen auf jeden Fall die Vorderräder lenkbar bleiben, verfügt die
Bremsanlage über eine Art von mechanischen Antiblockiersystem.

Solche technischen Einzelheiten waren von den Ingenieuren präzise auf dem
Level ausgeführt, wie es auch für all das galt, was im Fahrzeug-Innenraum
Verwendung gefunden hat: das Edelste, was an Materialien verfügbar war.
Die Instrumente sind auf einem separaten Träger so angeordnet, dass sie
den Fahrer auf einen Blick informierten. Ein Beispiel für gelungene Ergonomie,
als andere Designer solch einen Anspruch noch nicht in Erwägung zogen.
Dies blieb das einzige Modell, das Vilhelm Koren für den englischen Hersteller
schuf. Er sah in den sehr langen Intervallen, bevor dort ein neues Modell
zur Marktreife kam, ein Manko. Tatsächlich hat er nie wieder ein anderes
Automobil entworfen. Er wechselte in die Architektur und war in dem neuen
Bereich für den Rest seines Arbeitslebens sehr erfolgreich.

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