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Die "Autos
des Monats"
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Auto des Monats - Juli 2009
Bentley S1 Continental, 1957, #BC27CD

Im Vergleich zum Ausstoß bei Massenherstellern war die Produktionsziffer für
Rolls-Royce und Bentley geradezu mikroskopisch klein. Folglich verfügten nur
wenige Werkstätten, nahezu ausnahmslos die von Vertragshändlern, über
Zugriff auf vom Werk erstellte Unterlagen bezüglich Wartung und
Instandhaltung. Lediglich ein geringe Anzahl von Mechanikern war speziell
geschult und entsprechend vertraut mit den Eigenarten dieser Automobile. Die
in den 50ern gebauten Modellserien zeigten eine sehr konservative Auslegung.
Dennoch waren etliche der technischen Komponenten sehr aufwendig und
durchaus kompliziert ohne dass man sie als „high tech“ im heutigen Sinn
bezeichnen würde.
Als die
Automobile noch relativ neu waren, durfte man erwarten, dass sie mit
Service-Arbeiten auf höchstem Niveau gepflegt wurden; das sollte heute bei
Automobilen mit einem Alter von mehr als 50 Jahren erst recht der Fall sein.
Es herrscht keine verzweifelte Situation, weil es eine ganze Anzahl von
Werkstätten gibt, die sich über die Jahre mit einwandfreier Arbeit einen
ausgezeichneten Ruf erworben haben (wenngleich die Warnung notwendig ist,
dass es auch etliche gibt mit miserablem Standard und/oder überzogenen
Preisen!). Die Mitgliedschaft in einem der Clubs, die sich diesen Marken
widmen, kann den Vorteil bieten, dass man Zugang zu Hinweisen und zu
technischen Informationen bekommt. Schließllich und endlich liegt ein
enormer Vorteil darin, dass vom Unternehmen für sämtliche
Nachkriegs-Baureihen und für etliche Modellserien aus der Periode vor dem
II. Weltkrieg sehr umfassende Technical Service Documents erstellt worden
sind. Zu den wertvollsten darunter zählen die Werkstatt-Handbücher und die
Teile-Listen bzw. Ersatzteil-Kataloged.
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Bezüglich Rolls-Royce Silver Cloud I und Bentley S1 sind einige
Erläuterungen angebracht in Hinsicht auf T.S.D. (Technical Service Documents):
Rolls-Royce startete die neue Modellserie Silver Cloud I und S1 ohne (!)
Werkstatt-Handbuch – zunächst wurde lediglich eine Zusammenstellung von
Spezifikationen und Einstelldaten an die Vertragshändler gesandt. Das war
problemlos, weil Antrieb und Fahrwerk in ihrer Entwicklung weitgehend auf
den Vorgängermodellen basierten; insoweit gab es für Mechaniker bezüglich
Design und Funktion keine Überraschungen.
Rolls-Royce sorgte für eine „Teile-Liste/Parts List“ mit fabelhaft gut
ausgeführten „Explosions-Zeichnungen“, die bis ins Detail zeigten, wie
Komponenten zusammengesetzt waren. Das bietet bei Arbeiten am Auto eine
unschätzbare Hilfe, denn „ein Bild sagt mehr als tausend Worte“! Indessen
muß die Einschränkung erfolgen, dass die frühe Ausgabe der Teile-Liste/Parts
List auch nur zeigt, was bei den frühen Modellen Standard gewesen ist (z.B.
nur ein Hydraulik-Bremskreis – wogegen spätere Modelle zwei Bremskreise
aufweisen, etc.). Deshalb muß es nicht die cleverste Entscheidung sein, eine
frühe Ausgabe der Teile-Liste zu erwerben; die Teile-Liste in späterer
Ausgabe (1959, als das Modell vom Nachfolger ersetzt wurde) ist kompletter,
weil sie im Detail alle Teile listet, die bei den Modellen Rolls-Royce
Silver Cloud I und Bentley S1 verbaut worden sind.
Ein Sammler, der diverse Modelle dieser Automobile sein eigen nennt, mag
sogar die spätere Teile-Liste/Parts List aus 1961 bevorzugen. Denn die deckt
die späteren Modelle Silver Cloud II, S2 und Phantom V ab, die von einem
V8-Motor angetrieben wurden. Um diese Zeit (Ende der 50er/Anfang der 60er)
hatte das Unternehmen auch ein sehr umfassendes Werkstatt-Handbuch verfügbar
gemacht – und das enthält präzise Angaben sowohl zu Arbeiten an Silver Cloud
I/S1 mit 6-Zylinder Reihenmotor ebenso wie für die Serie Silver CloudII/S2/Phantom
V mit V8-Motor.
Es
stellt sich die Frage, was diese Ausführungen mit dem Bentley S1 Continental
zu tun haben, der als „Auto des Monats“ erscheint? Nun, gerade eben wurde
hier eine Anfrage zu Werkstatt-Handbuch und Teile-Liste für Silver Cloud
I/S1 erledigt. – Dabei wurde notiert, dass in „TSD 547, Parts List
(Teile-Liste), Rolls-Royce Silver Cloud I & Bentley S1” sogar ein Kapitel Q
zu finden ist. Das gibt Details zur Kupplung für das 4-Gang-Getriebe mit
Handschaltung – obwohl serienmäßig bei Silver Cloud I und S1 ein
Automatikgetriebe zum Einbau gekommen ist. Nur ein einziger Rolls-Royce
Silver Cloud I und allenfalls eine Handvoll Bentley S1 sind auf Sonderwunsch
mit manuellem Getriebe ausgerüstet worden. Die Chance, dass ein Leser einen
dieser ultra-raren Wagen jemals zu sehen bekommt, ist überaus gering. Aber
hiermit ist ein Hinweis auf deren Existenz gegeben ebenso wie die Notiz,
dass sich Details dazu in den Technical Service Documents finden. Anfragen
zu technischen Unterlagen (auch zu weiteren Modellen) an:
mail@rrab.de

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