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des Monats - November 2001
Rolls-Royce Silver Wraith
Limousine von Nordberg, 1953, #LALW14
 Eine
Geschäftspraxis aus der Vorkriegszeit, nämlich lediglich Fahrgestell und
Motor zur Auslieferung zu bringen, um dem Kunden die Wahl des ihm genehmen
Karosseriebauers zu überlassen, führte Rolls-Royce in der Nachkriegszeit
mit dem Modell Rolls-Royce Silver Wraith
fort. Man akzeptierte den Wandel, daß mehr und mehr Kunden komplette
Fahrzeuge erwerben wollten - aber insoweit beschränkte die englische
Manufaktur in der frühen Nachkriegszeit das Angebot auf den Rolls-Royce
Silver Dawn und die Schwestermodelle Bentley Mark VI bzw.
Bentley R. Mit einiger Berechtigung kann der Rolls-Royce Silver Wraith als das
letzte Modell gelistet werden, für das eine Fülle von individuellen
Karosserie-Entwürfen verwirklicht wurden, allesamt sorgfältig abgestimmt
auf die Wünsche der Käufer.
Die
weit überwiegende Zahl bauten die verbliebenen englischen
Karosserieschneider, deren Zahl indessen kontinuierlich abnahm. Die
britische Zurückhaltung, neue Linien aufzunehmen, ließ viele Rolls-Royce
Silver Wraith mit einem betont konservativen Blechkleid entstehen. Sie
zeigten solide Verarbeitung und hochwertige Materialien - aber die
Ausstrahlung war eher würdevoll als dynamisch. Als Axel Johnsson, der in
England wie in Schweden Wohnsitze hatte, die Bestellung für den hier
gezeigten Rolls-Royce Silver Wraith erteilte, entschied er sich jedenfalls
dagegen, für den Wagen aus dem Vereinigten Königreich auch dort den
Aufbau fertigen zu lassen.
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In
der Gustaf Nordberg Vagnfabrik in Stockholm, Schweden, waren bereits vor
dem II. Weltkrieg, wenngleich nur in sehr geringer Stückzahl, Fahrzeuge
von Rolls-Royce eingekleidet worden. Jetzt ging der Auftrag für diesen
Silver Wraith mit langem Radstand an die Nordmänner. Und dem Design der
Schweden können keineswegs Linien attestiert werden, die den Wagen als
Kopie einer Ikone des Empires einordnen. In klarer Anlehnung an das zu
jener Zeit „topmoderne“ Styling, wie es jenseits des Atlantik
verbreitet war, entstand ein dem Zeitgeist entsprechende geräumige
Limousine mit großem Kofferraum. Statt freistehender Scheinwerfer fanden
die sich in die Kotflügel eingebaut - und ohne Berührungsängste waren
die vorderen Blinker adaptiert, wie man sie vom Mercedes 300 kannte. Als
Ausdruck für „form follows function“ kann angesehen werden, dass man
bei Gustaf Nordberg ein Problem ausmerzte, dass der bei Linkslenkern
obligatorische Schalthebel am Lenkrad verursachte: Der Fahrer konnte bei
zügigem Schalten selten vermeiden, mit der Hand an die Oberkante des
Armaturenbretts zu stoßen; die Schweden frästen eine zureichende
Aussparung ins Edelholz und das Problem war erledigt. - Natürlich wurde
die Aussparung auf das sorgfältigste mit Leder ausgekleidet.
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Diese penible Sorgfalt ist überhaupt eines der
kennzeichnenden Merkmale für diesen Rolls-Royce Silver Wraith. Bei der
Materialwahl sowieso, insbesondere aber bei der Verarbeitung wurde
höchster Standard verwirklicht. Ähnliche Sorgfalt hat der Wagen in
seinem weiteren Dasein erfahren, so das er sich heute in beeindruckend gut
erhalten zeigt. Dies ist der einzige Silver Wraith, der bei Nordberg in
Stockholm karossiert worden ist.
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