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Die "Autos
des Monats"Mehr Bentleys in diesem Buch:

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Auto des Monats - November 2005
Bentley Mark VI, 1947/49, #B139BG
Cabriolet von Gebrüder Beutler (Thun, Schweiz)

Am 29. September 2005 verstarb im 90. Lebensjahr Ernst Beutler-Küng.
Gemeinsam mit seinem Bruder hatte er nach dem II. Weltkrieg eine
Karosserieschmiede in Thun eingerichtet, die innerhalb kurzer Zeit mit
einer ganzen Anzahl sehr attraktiver Aufbauten für diverse Autohersteller
Furore machte. Ernst Beutler-Küng war der Designer, sein Bruder Fritz war
zuständig für sämtliche technischen Aspekte.

Es findet sich ein Bentley Mark VI von 1947, karossiert als ‚Kabriolett’,
gleich zweimal in der Liste der Schöpfungen von Beutler. Ernst
Beutler-Küng informierte, dass der Wagen ursprünglich für einen Schweizer
Kunden gebaut wurde, der ausdrücklich untersagte, dass Fotos (etwa zu
Reklamezwecken) gezeigt werden dürften. Über Jahrzehnte verwahrte
Beutler-Küng deshalb in einer „vertraulichen Mappe“ einige wenige
Mono-Fotos, die unmittelbar
vor Aushändigung des Automobils an den Auftraggeber mit großer Vorsicht
aufgenommen worden waren. Zwar sind diese mehr
als 50 Jahre alten Schwarzweiß-Fotos nicht von bester Qualität, aber aller
Wahrscheinlichkeit nach die einzigen überhaupt, die von diesem Automobil
verfügbar sind.

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An die Spezifikationen zu diesem Bentley Mark VI erinnerte sich Ernst Beutler-Küng
mit hoher Präzision (und er war immerhin über 80, als wir Briefe
wechselten) und listete sie in einem von Hand geschriebenen 2-seitigen
Dokument. In einem späteren Brief räumte er ein, es habe ihn amüsiert,
erst jetzt nach Jahrzehnten, herauszufinden, dass die korrekte
Typenbezeichnung „Mark VI“ lautete. Bei Gebrüder Beutler waren alle
Zeichnungen mit Mk.4 (Mark 4) versehen, denn irgend jemand hatte die
römische Zahl „VI“ irrtümlich als „IV“ gelesen und so in die arabische
Ziffer „4“ umgesetzt. Bei Gebrüder Beutler bevorzugte man mit arabischen
Ziffern zu zählen.
Bereits nach 2 Jahren stand das Auto wieder in der Werkshalle von
Gebrüder Beutler mit dem Auftrag, einen 2. Aufbau zu schaffen. Der
Besitzer wünschte eine Karosserie von ‚modernem Aussehen’. Diese Aufgabe
setzte Beutler um, indem man - unter weitestgehender Beibehaltung der aus
verschweißten Rohren bestehenden tragenden Konstruktion unter dem
Blechkleid – einen neuen Cabrio-Aufbau schuf. Der bot mehr, als nur die
gerade modernen Linien zu interpretieren, er war von zeitloser Eleganz.

Bei Durchsicht der Korrespondenz, die mit dem stets aufgeschlossen und
hilfsbereit reagierenden Designer aus der Schweiz (der seine Briefe
meistens begann mit der Anrede "Liebwerter Herr Roßfeldt.") gewechselt
worden war, ergab sich, dass er auch zu 2 Rolls-Royce, die bei Gebrüder
Beutler durch die Werkstatt gingen, Informationen übermittelt hatte.
Leider
gab dazu keinerlei Unterlagen mehr. Bei einem hatte es sich um einen Rolls-Royce
Phantom II gehandelt, der in einen Hotel-Bus umgewandelt worden war;
dazu war der Radstand des Chassis verlängert worden. Beim zweiten handelte
es sich um die Komplett-Restaurierung eines frühen
Rolls-Royce Silver Wraith.
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