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des Monats - Oktober 2002
Bentley S2 Continental, 1961, #BC110AR,
James Young Coupé

"Was
man 'Schwarz auf Weiß' besitzt, kann man getrost nach Hause tragen"
lautet ein Sprichwort, aber wie bei allen Regeln gelten Ausnahmen.
Üblicherweise sind die beim Hersteller geführten Unterlagen die Quelle
für korrekte Auskünfte zur Entstehungsgeschichte. Bei Rolls-Royce und
Bentley genießen die sogenannten „Chassis Card Details" den Ruf,
von Einzelheiten der Bestellung über Details aus der Bauperiode bis zu
späteren Besitzerwechseln präzise zu informieren. Indessen ist auf der
‚Chassis Card' zum Bentley S2 Continental mit der Chassis-Nummer
#BC110AR notiert, der Wagen sei bei James Young als viertürige
Ausführung entstanden. Tatsächlich kam er indessen als Zweitürer zur
Auslieferung; eines der - seltenen - Beispiele dafür, dass die
Werksunterlagen nicht in jedem Fall 100-prozentig korrekt Auskunft geben.

Indessen
ist der Karosseriebauer korrekt gelistet. Es ist auf den ersten Blick
nicht leicht, die in der Linienführung sehr ähnlichen Coupés von James
Young und von H.J. Mulliner voneinander zu
unterscheiden. Kenner orientieren sich daran, dass die seitliche Sicke auf
Höhe der Gürtellinie bei James Young ohne Unterbrechung von vorn bis
hinten durchgezogen ist, bei H.J. Mulliner dagegen nicht. Exklusiv für
James Young sind zudem die Türgriffe mit dem quadratisch ausgeführten
Druckknopf. Zudem finden sich nur bei James Young die 90-Grad-Spitzen
unten an der Windschutzscheibe, wohingegen die bei anderen Karossiers
überaus häufig leicht abgerundet ausgeführt waren.
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 Chef
Designer bei James Young war der hochtalentierte A.F. McNeil, der vor dem
II. Weltkrieg seine Karriere bei J. Gurney Nutting & Co. begonnen
hatte. - Nach dem Krieg zeichnete er Kreationen für James Young wie für
Gurney Nutting, weil beide Karosseriebauer von Jack Barclay aufgekauft
worden waren. Dieser Entwurf eines zweitürigen Coupés mit filigranen
Dachstreben fand soviel Anklang, dass er, leicht modifiziert, auch für
das Folgemodell Bentley S3 Continental und
sogar für einige wenige Rolls-Royce Silver Cloud III beibehalten wurde.
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