|
Startseite
Bücher
Ausführliche
Informationen
Modelle
Alle Modelle seit 1904
Highlights
Coachbuilder, Special Cars...
Album
1999
Die "Autos des Monats"
|
|
Auto
des Monats - Oktober 1999
Rolls-Royce 20 H.P., 1926, #GOK74,
Skiff von Roger Fry
|
Als Rolls-Royce im Jahr 1922 den Rolls-Royce 20 H.P. vorstellte,
reagierte der Autoproduzent auf die nach dem I. Weltkrieg veränderte
Marktsituation. Der mächtige Rolls-Royce Silver Ghost hielt souverän den
Rang als “das beste Auto der Welt” und er wurde auch weitergebaut.
Aber die Nachfrage nach kleineren Automobilen, durchaus auch für auf
selbstfahrende Besitzer und nicht unbedingt für den Betrieb mit Chauffeur
bestimmt, war deutlich gestiegen. Den Twenty
mit den charakteristischen waagerecht angeordneten Kühlerlamellen trieb
ein Motor mit “nur” drei Litern Hubraum an. Er zeigte sich generell in
den Abmessungen moderater als sein großer Bruder - und er war preislich
deutlich niedriger angesetzt.
Der
Qualitätsstandard war der maßgebliche Bereich, in dem sich die beiden
Modelle nicht unterschieden. Aus penibler Sorgfalt bei der Konstruktion,
ständiger Kontrolle der Werkstoffe und konsequentem Beharren auf der
Firmenphilosophie, keine Änderung vorzunehmen, bevor die sich in langen
Testreihen als das Beste erwiesen habe, resultierte, dass der “kleine”
Rolls-Royce 20 H.P. schnell hohe Wertschätzung errang. F. Henry Royce als
Chefingenieur der Firma hatte mit Nachdruck den Anspruch vertreten, die
Zuverlässigkeit müsse an erster Stelle stehen.


Ein
Beweis, dass dieser Anspruch umgesetzt wurde, ist der hier vorgestellte
Twenty. Er präsentiert sich mehr als 70 Jahre nach seiner Auslieferung
noch immer in Bestform. Der originale Tourer-Aufbau hatte zwar bereits in
den 30ern einer anderen Karosserie weichen müssen und die ihrerseits
wurde dann durch den Skiff-Aufbau, gefertigt in Australien, ersetzt - aber
Chassis und Antriebskomponenten zeigen keine Altersmüdigkeit. Die
Fotoaufnahmen entstanden anläßlich einer Tour, die den 20 H.P. über
Europas Straßen führte. Mittlerweile ist er wieder in seine Heimat, wo
man auf manchen Straßenschildern Kängurus findet, zurückgekehrt.
Auf
dem 5. Kontinent ist auch der Skiff-Aufbau maßgeschneidert worden. Eine
leichte und sportliche Karosserie, teilweise in Holzbeplankung ausgeführt.
Sie bietet 4 Personen Platz - Mitfahrern mit ganz kleinem Gepäck. Für
das Verdeckgestänge sind Extrafächer über den Trittbrettern vorgesehen
(und man braucht gehörig Übung, um es in weniger als einer halben Stunde
unterzubringen!). Wenn die Seitenscheiben einsortiert im eigens angepaßten
Holzkoffer in den Kofferraum eingeschoben sind, dann reicht der Restraum
im Bootsheck gerade noch für eine Notausrüstung: Verbandkasten,
Warndreieck, vier Silberbecher und eine Flasche Chivas Regal...
Im
Fahrbetrieb zeigt sich der Twenty durchaus kommod, denn er überzeugt mit
der Paarung von müheloser Bedienbarkeit und perfekter Zuverlässigkeit,
die Merkmal aller Rolls-Royce Automobile in gepflegtem Zustand ist.
Passagiere auf den Rücksitzen sind durch eine klappbare Abdeckung über
dem Fußraum und auf dieser angebracht Windschutzscheiben vor Zugluft
geschützt. |