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1998
Die "Autos des Monats" |
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des Monats - September 1998
Bentley Mark VI, 1947, #B136BH,
Kabriolett von Graber
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"Graber-Kabrioletts - Ein Begriff" war das Werbemotto des
schweizerischen Karosseriebaubetriebes Graber. Und in diesem Fall war der
Werbespruch keine Übertreibung, denn die von Hermann Graber in Wichtrach
nahe Bern eingerichtete Firma 'Carrosserie
Graber' hatte schon vor dem II. Weltkrieg einen ganz vorzüglichen Ruf
genossen - einen so guten in der Tat, daß sogar einer der extrem seltenen
Duesenberg dort einen Aufbau erhielt; und in die Annalen sowohl von
Rolls-Royce wie von Bentley hatte sich der Karosseriebauer bereits mit
meisterlichen Stücken eingetragen.
Die
Kreationen der frühen Nachkriegszeit auf Chassis Bentley Mark VI bildeten
weitere Höhepunkte im Schaffen Hermann Grabers. Die elegante Formgebung
nahm moderne Akzente der Zeit auf: die wuchtigen Kotflügel vorne mit
eingesetzten statt freistehenden Scheinwerfern harmonierten mit dem
steilragenden Bentley Kühler, das fließend abfallende Heck betonte die
sportlichen Linien. Die gelangen auch deshalb überzeugend, weil sich dank
vollversenkten Verdecks im geöffneten Zustand kein 'Buckel' hinter dem Rücksitz
wölbte. Bei der Verwendung von Chromzierat übte der Designer wohltuende
Zurückhaltung. Eine bemerkenswerte Eigenart der frühen Graber Cabriolets
besteht darin, daß kein Holzarmaturenbrett zum Einbau kam, sondern ein in
Wagenfarbe lackierter Instrumententräger Anzeigen und Bedienungshebel trägt.
Der Bentley mit der Chassis-Nr. B136BH wurde im Jahr 1947 eingekleidet.
Es war der dritte Mark VI, den Graber über die Garage Bellevue AG
geliefert erhielt. Mit seinem rigiden Chassis, verstärkt durch eine
massive Kreuztraverse und Antrieb durch einen Sechzylinder-Reihenmotor mit
4,25 Litern Hubraum bot er feine Voraussetzungen, um als zuverlässiger
Reisewagen Dienst zu tun. Mit Einzelradaufhängung vorn und über einen
Schalthebel am Lenkrad in ihrer Dämpfungsrate regelbaren Stoßdämpfern
an der Hinterachse waren die Zutaten da, um bei forscher Fahrweise zu bestätigen,
daß "Bentley - The Silent Sports Car" nach wie vor zutraf. Die
Basis war somit vom Feinsten und Grabers Arbeitsausführung war exquisit
auf gleichem Niveau - und in der Schweiz gab es keineswegs die noch durch
den Krieg bedingten Mängel bei der Versorgung mit erstklassigen
Rohstoffen, wie sie etwa in England hinderten.

Was
Qualität, Leistungsfähigkeit und Preis betraf, gehörten Bentley Mark VI
ins schmale Elite-Segment. Graber's Schöpfungen waren exorbitant teuer -
selbst teure englische Karossiers reichten nicht an sein Preisniveau
heran. Das mag einer der Gründe sein, warum nur eine Handvoll Cabriolets
dieser Art von Graber geschaffen worden sind. Der hier dargestellte
Bentley Mark VI war Gegenstand eines Berichtes in Motor-Klassik,
Ausgabe Mai 1990, und eine Abbildung findet sich auf Seite 137 im Buch ROLLS-ROYCE
UND BENTLEY Alle Modelle - Geschichte - Fakten - Daten.
Dort
präsentiert sich der Wagen noch in rot. Der derzeitige Eigner hat sich für
die gedecktere Farbgebung in blau entschieden, weil sie mit dem Spiel des
Lichts auf den Flanken die Eleganz der Linien besser zur Geltung bringt.
Die Dachbespannung wurde erneuert und die Lederpolster sind komplett neu
angefertigt worden. Der Wagen präsentiert sich nahezu in dem Zustand, in
dem er neu von Carrosserie Graber ausgeliefert worden ist.

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